Ehem. Gebäude der Dienststelle Westen

Der Ort
Avenue d'Iéna Nr. 54, Paris 16°, Metro M 9 Iéna. Hinter der unauffälligen Fassade „Dienststelle für den Westen“ verbarg sich der organisierte Raub jüdischen Vermögens.

Die Ereignisse
Die „Dienststelle für den Westen“ war eine Erweiterung des sog. „Einsatzsstabs Reichsleiter Rosenberg“ (ERR). Dieser raubte Kunst- und Kulturgüter in den besetzen Gebieten, häufig aus jüdischem oder öffentlichem Besitz. Aus Frankreich gingen 29 Transporte nach Deutschland, etliche davon in Görings Sammlungen. Die Dienststelle raubte ab 1942 Möbel und Einrichtungsgegenstände aus „verlassenen“ Wohnungen von deportierten oder geflohenen Juden. Stolz bilanzierte der Dienststellen-Leiter, Kurt von Behr, die Beute: u.a. 69.000 komplette Wohnungen in fast 27.000 Güterwagen, 11,7 Mio. Reichsmark an Devisen und Wertpapieren.

Gedenken
Nichts erinnert an die räuberische Tätigkeit der „Dienststelle“.

Literatur/Medien
Vries, Willem de: Kunstraub im Westen 1940–1945, Frankfurt/Main 2000
Dreßen, Wolfgang: Betrifft Aktion 3 – Deutsche verwerten jüdische Nachbarn, Berlin 1998
http://de.wikipedia.org/wiki/M-Aktion
http://de.wikipedia.org/wiki/Einsatzstab_Reichsleiter_Rosenberg