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Pietralunga

Region Umbrien / Provinz Perugia

Stele ai caduti per la libertàDer Ort
Pietralunga ist eine kleine Ortschaft mit ca. 2.300 Einwohnern im nordumbrischen Alta Valle del Tevere (oberes Tibertal). Von Perugia aus ist der Ort über die SS 33 zu erreichen, von der bei Umbertide zunächst auf die SS 219 abgebogen wird, später auf die SP 204 (ca. 55 km).

Die Ereignisse
Bereits am 13. September 1943, direkt nach dem Kriegsaustritt Italiens und der anschließenden Besetzung durch die Deutschen, hatte sich im zu Pietralunga gehörenden Weiler San Faustino eine erste Widerstandsgruppe gebildet. Der „Brigata Proletaria d'urto San Faustino“, die im gesamten oberen Tibertal operierte, gelang es am 30. April 1944, die Carabinieri-Kaserne in Pietralunga zu besetzen und erklärte anschließend das Gebiet zur befreiten Zone. Einen Tag später beging die Bevölkerung von Pietralunga zusammen mit den Partisanen erstmals nach 22 Jahren Faschismus den 1. Mai unter demokratischen Vorzeichen.
Als Reaktion darauf fand am 7. Mai 1944 eine großangelegte Durchkämmungsaktion durch die Besatzer statt, denen allein in Pietralunga sieben Menschen zum Opfer fielen, die auf dem zentralen Platz des Ortes (heute: Piazza 7 maggio) ermordet wurden.

Gedenken
Parco al Partigiano umbro
Mit dem Parco al Partigiano umbro entstand 1983 in Pietralunga, das als einziger Ort in Umbrien mit einer „medaglia al valore miltare“ ausgezeichnet wurde (1952 durch Staatspräsident Luigi Einaudi), der zentrale Gedenkort für die Widerstandsbewegung der Region.
In der Ortsmitte gelangt man über einen Treppenabgang von der Piazza 7 maggio zu dem Gedenkareal, das neben dem Partisanen-Monument auch ein Amphitheater für Veranstaltungen umfasst.

Stele ai caduti per la libertà
Bereits im Jahr 1954 wurde nahe der Piazza 7 maggio für die Opfer der Widerstandsbewegung auf einer kleinen Grünfläche die Stele ai caduti per la libertà errichtet. Auf einer circa 3 Meter hohen Travertinplatte ist der Umriss eines bewaffneten Mannes eingelassen.

Literatur / Medien: 
Rossi, Tommaso: Tracce di Memoria – Guida ai luoghi della Resistenza e degli eccidi nazifascisti in Umbria, Foligno 2013, S. 255-257 und 324-329;