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Benedicta

Provinz Alessandria / Region Piemont

Der Ort
Der heute aus den Ruinen eines Gehöftes (eines ehemaligen Zisterzienser-Klosters) bestehende Erinnerungsort Benedicta liegt ca. 700 m hoch im Parco Capanne di Marcarolo, der zur Provinz Alessandria gehört und ca. 8.000 ha umfasst. Er erstreckt sich zwischen dem Lago di Lavagnina und den über 1.000 m hohen Bergen Monte delle Figne und Monte Tobbio. Administrativ gehört Benedicta zur Commune di Bosio. Man erreicht Benedicta und das nicht weit davon entfernte Ecomuseo di Cascina Moglioni von der AB E 25 von Alessandria her Richtung Süden über die Ausfahrt Masone. Von dort auf der SP 456 nach Campo Ligure, dort Abzweigung Richtung Capanne Marcarolo (SP 165), immer den Wegweisern nach Benedicta folgend. (Von der Abfahrt Masone–Benedicta ca. 40 Minuten mit dem Auto).

Das Ereignis
Im Rahmen einer „Säuberungsaktion“ vernichteten deutschen Truppen am 7. April 1944 eine Partisaneneinheit, die sich in die dortigen Gebäude zurückgezogen hatte. Dabei starben fast 100 überwiegend jugendliche, schlecht bewaffnete Partisanen mit wenig Erfahrung. In den folgenden Tagen wurden in benachbarten Orten weitere knappt 50 Männer erschossen, circa 400 wurden gefangen genommen und viele von ihnen in das KZ Mauthausen deportiert. 17 Partisanen, die das Massaker in Benedicta überlebt hatten, wurden im Gefängnis Marassi in Genua inhaftiert und am 19. Mai 1944 mit anderen Häftlingen am Turchino-Pass ermordet. 

Gedenken
Die ehemaligen Gutsgebäude bestehen heute nur noch aus wenigen Ruinen, die gegenwärtig gesichert und zu einem Informationsort ausgebaut werden. Der Ort liegt direkt an der kleinen Straße, dort geben Informationstafeln Auskunft über die Geschichte des ehemaligen Klosters und späteren Landwirtschaftsgutes, sowie über die Geschichte der dort operierenden Partisaneneinheiten und des vernichtenden Angriffs der deutschen Truppen. Unmittelbar vor den Ruinen ist eine Marmortafel errichtet.

Gedenkstätte Benedicta Informationstafeln an der Gedenkstätte Eine der Tafeln

Folgt man der Straße, kommt man nach wenigen Metern an die Stelle, an der die Erschießungen stattfanden. Dort steht eine Kapelle und ein Kreuz, auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt ein Weg zu dem Massengrab. Nach weiteren 200 Meter, ungefähr dort, wo der Weg zu dem Ecomuseo abzweigt, steht rechts an der Straße ein den Opfern gewidmetes Sacrario.

Kreuz für die ermordeten Partisanen Eingang zum Sacrario Sacrario

Informationen über den Park, die Gedenkstätte Benedicta und das Ecomuseum gibt es unter folgenden Internet-Adressen: Associazione Memoria della Benedicta (E-Mail: benedicta@benedicta.org; www.benedicta.org/menu_inizio.html; www.benedicta.org/sito/pages/eccidio/storia.htm:); www.parcocapanne.it; www.parcobenedicta.it; www.parcobenedicta.it/Servizi/Visiteguidate/tabid/259/Default.aspx; www.istitutoresistenza-ge.it/Documenti/elencobenedicta.html

Literatur / Medien:
Schreiber, Gerhard: Deutsche Kriegsverbrechen. Täter, Opfer, Strafverfolgung. München 1996; S. 160; it.wikipedia.org/wiki/Strage_della_Benedicta; www.anpi.it/media/uploads/patria/2005/6/33-34_MONTECUCCO.pdf; www.polcevera.net/benedi.htm