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Verdun

Region Lothringen/Lorraine, Departement Meuse

Der Ort
Stadt an der Meuse (Maas), 18000 Einwohner/innen; Schauplatz einer der mörderischsten Schlachten des Ersten Weltkriegs. Bahnhof u.a. ↔ Chalons-en-Champagne, Metz, Conflans-Jarny. Auto von Bar-le-Duc 57 km (D 1916 = Voie Sacrée), von Metz 79 km (A 4 bis Ausfahrt 31 – Verdun).

1. Weltkrieg
Von Februar bis Dezember 1916 war der Festungsring um Verdun Schauplatz einer der mörderischsten Schlachten des 1. Weltkriegs. Kommandeur auf frz. Seite war Philippe Pétain, ab 1940 Chef des Vichy-Regimes. Die von Bomben und Granaten umgepflügte Landschaft und die über 714000 toten, vermissten und verwundeten französischen und deutschen Soldaten wurden zum Symbol für die Menschenverachtung und Sinnlosigkeit des Krieges. An sie erinnern zahllose Beinhäuser (Douaumont), Gedenkstätten, Denkmäler und Friedhöfe in der Umgebung.

 

Douaumont, Beinhaus Mémorial de Verdun Centre Mondial de la Paix

Ereignisse im 2. Weltkrieg
Die große Mehrheit der Bevölkerung vertraute anfangs Marschall Pétain, dem 'Helden von Verdun'. Die Résistance entwickelte sich 1943/44 (Einführung des STO, Kriegswende, Landung in der Normandie). Verhaftete landeten im Gestapo-Gefängnis in der Citadelle souterraine, in Bar-le-Duc oder wurden deportiert.
Die Synagoge wurde von den Deutschen geschändet. 52 jüdische Männer, Frauen und Kinder, die in Verdun geboren waren oder zur Zeit der Deportation dort lebten, wurden im Herbst 1942 und im Herbst 1943 über das Lager Drancy bei Paris in die Vernichtungslager deportiert, fast keine/r kam zurück.
Am 31. August 1944 stand die US-Armee vor den Toren Verduns. Die Deutschen hatten die Brücke Beaurepaire (heute: Pont Legay) über die Maas vermint. Vier Widerständler um Henri Legay gelang es, Kabel durchzutrennen, die Brücke vor der Zerstörung zu retten und damit den weiteren US-Vormarsch zu erleichtern. Am gleichen Tag leerten Gestapomänner die Gefängnisse von Verdun. Sie brachten 16 Résistants zum Südeingang des Tavannes-Tunnels, erschossen sie und vergruben sie. Erst am 20. Dezember 1944 wurden die Leichen entdeckt.

Denkmal NS-Opfer Gedenktafel an Zitadelle Synagoge (© AJPN.org) Denkmal an Jean Legay u.a. (Pl. Chévert) Widerstandsdenkmal Tavannes-Denkmal

Gedenken
Das Beinhaus von Douaumont und das Mémorial de Verdun sind den Toten und Verwundeten des 1. Weltkriegs gewidmet (beide auf dem Gebiet des völlig zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dorfs Fleury-devant-Douaumont gelegen). Das Centre Mondial de la Paix im ehem. Bischofspalast neben der Kathedrale von Verdun bietet Ausstellungen, Begegnungen und Konferenzen zu den Themen Frieden, Freiheit und Menschenrechte an; Internet: http://cmpaix.eu/fr/, E-Mail: contact@cmpaix.eu.

Vor dem Nationalfriedhof Faubourg Pavé, Avenue Maréchal Joffre/Rue de Fleury, gedenkt eine Statue der umgekommen Deportierten und Résistants: „Den Opfern der Nazi-Barbarei. Den bekannten und unbekannten Gequälten und Erschossenen. 1914 – 1918, 1939 – 1945“. Eine (teils zugewachsene) Tafel an der Mauer der Citadelle souterraine, Avenue du 5ème R.A.P., erinnert daran: „Hier wurden zwischen 1940 und 1944 in einem heute nicht mehr existierenden Gebäude zahlreiche Patrioten von der Gestapo gefangen gehalten, bevor sie deportiert oder erschossen wurden.
Die restaurierte Synagoge liegt in der Sackgasse 'Impasse des Jacobins'. Eine Stele am Meuse-Ufer, Place Chévert, erinnert an die durch vier Patrioten verhinderte Sprengung der – heute nach Jean Legay benannten – Brücke. Ein Denkmal gegenüber der Rue Marius Pottier/Place Aristide Briand ehrt acht umgekommene oder erschossene Widerstandskämpfer mit den Worten „Sie haben alles getan“.
Das am Erschießungsort errichtete Monument commémoratif de Tavannes/Tavannes-Denkmal nennt die Namen der 15 bekannten Opfer: „Den bekannten und unbekannten Opfern der Résistance – Hier fielen am Morgen des 31. August 1944 fünfzehn Franzosen und ein Belgier, Résistance-Freiwillige, erschossen von der Gestapo.“ Vor dem Denkmal wird eine Bodenvertiefung von einer Kette freigehalten, Text der Tafel: „Hier wurden im Dezember 1944 die verstümmelten Leichen von 16 von den Deutschen massakrierten Patrioten gefunden.“ Das Denkmal liegt auf dem Gebiet von Fleury-devant-Douaumont, zu erreichen von Verdun: D 603 →Metz, links auf D 913 →'Champs de bataille', in scharfer Linkskurve rechts →D 913a, Fort de Vaux, nach einer scharfen Linkskurve und einem Schild 'Monument aux Fusillés de Tavannes' zeigt wenig später ein Schild 'Aux Héros de la Résistance' den Feldweg zum Tavannesdenkmal.

Medien
http://www.verdun.fr/Terre-d-Histoire/Actualites/Verdun-a-ete-liberee-le-31-aout-1944
http://www.verdun.fr/Terre-d-Histoire/Verdun-aujourd-hui/Patrimoine/Synagogue
http://www.lyceemargueritte.fr/files/site_shoah/deportes.htm#block (deportierte Juden)
http://fr.wikipedia.org/wiki/Tunnel_de_Tavannes
http://fr.wikipedia.org/wiki/Verdun_(Meuse)
http://fr.wikipedia.org/wiki/Bataille_de_Verdun_(1916)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_Verdun