Region Toskana / Provinz Florenz

Villa il Focardo heute Der Ort
An der Verbindungsstraße zwischen San Donato in Collina, einer Teilgemeinde von Rignano sull’Arno, und Rignano, das ca. 20 km östlich von Florenz an der SS 69 liegt, führt ein Wegweiser zum Dorffriedhof von Badiuzza. Wenige Kilometer zurück in Richtung Rignano führt eine Abzweigung zur Villa il Focardo.

Das Geschehen
Robert Einstein, enger Jugendfreund und Cousin des Physikers Albert Einstein, war als verfolgter Jude aus München nach Italien geflohen und fühlte sich mit seiner Familie, der Ehefrau Nina Einstein-Mazetti und den beiden Töchtern, in der Nähe von Florenz auf dem Gut Il Focardo in Sicherheit. Am 3. August 1944 drangen deutsche Soldaten in das Haus ein, trafen Robert Einstein jedoch nicht an, erschossen Einsteins Ehefrau Nina Mazetti und die beiden Töchter und setzten anschließend das Haus in Brand. Eine Nichte musste dem Geschehen zusehen und wurde auf diese Weise Zeugin der Bluttat. Die Mörder hatten Robert Einstein vermutlich wegen seines bekannten Namens gesucht. Robert Einstein nahm sich ein Jahr darauf aus Verzweiflung das Leben.

Denkmal auf dem Friedhof BadiuzzaGedenken
Nina Einstein-Mazetti, Robert Einstein und beide Töchter sind auf dem Dorffriedhof von Badiuzza begraben. Eine vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit Hilfe des ZDF im Februar 2011 öffentlich eingeleitete Suche nach einem möglicherweise noch lebenden Tatzeugen blieb ohne Ergebnis. Das im Jahr 2007 eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde im Februar 2014 von der Staatsanwaltschaft Frankenthal eingestellt.





Literatur / Medien:
Andrae, Friedrich: Auch gegen Frauen und Kinder. Der Krieg der deutschen Wehrmacht gegen die Zivilbevölkerung in Italien 1943–1945. München/Zürich 1995, S. 201; Schreiber, Gerhard: Deutsche Kriegsverbrechen. Täter, Opfer, Strafverfolgung. München 1996, S. 189; Berliner Morgenpost online, 21. 02. 2011; resistenzatoscana.it/monumenti/rignano_sull_arno/sepolcro_della_famiglia_einstein_mazzetti/