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Réguiny

Region Bretagne, Departement Morbihan

Der Ort
Eine der Hochburgen des Maquis ist heute ein kleiner, am See gelegener Ferienort mit 1.700 Einwohner/innen, 20 km südöstlich von Pontivy, 36 km nördlich von Vannes, und 7,5 km von der N 24 (Ausfahrt Réguiny) entfernt.
In der Umgebung befinden sich die Trappistenabtei Notre-Dame-de-Timadeuc bei Rohan und Bréhan (8 km nördlich von Réguiny und ca. 2 km westlich von Bréhan), und der Weiler Josselin (14 km südöstlich von Réguiny).

Geschehen
In Réguiny und Umgebung war der Maquis sehr aktiv.
Ein Pilot der britischen Royal Air Force, der Leutnant John T. Clifford, fiel am 28. Juli 1944 in Réguiny und wurde dort begraben.
In der naheliegenden Abbaye de Timadeuc wurden viele Widerstandskämpfer, Piloten, Kundschafter und Fallschirmspringer aufgenommen und versteckt. Die Abtei wurde zu einer Flucht- und auch Unterrichtsstätte. Besonders engagiert war der Mönch Pater Guénaёl Thomas, der im Juli 1941 aus deutscher Gefangenschaft zurückgekehrt war. Nachdem die Nazisoldaten Waffenlieferungen im Wald nahe der Abtei gefunden hatten, wurde er am 14.6.1943 verhaftet und starb in der Deportation in Neuengamme am 3.1.1945. Weitere Mönche setzten nach dessen Verhaftung die Résistance in der Abtei fort.
In der nahen Klinik Saint-Martin-de-Josselin folterten die Gestapo und die Milice viele Widerstandskämpfer, bevor diese erschossen wurden.

Freiheitsstatue im See Das Museum „Les Sanglots longs“ Im Museum: Radios aus dem 2. Weltkrieg Im Museum: Fotos der 25 Gefolterten und in Penthièvre im Graben gefundenen Locminé-Widerstandskämpfer

Gedenken
Das auf privater Initiative entstandene und geführte Musée Les sanglots longs am Eingang des Dorfes am See, 14, rue de la piscine, 56500 Réguiny, T.: 02-97-386111, erinnert an die Geschichte des drahtlosen TSF-Rundfunks.
Öffnungszeiten: von Mai bis Ende September täglich zwischen 10 und 19 Uhr, sonst zwischen 14–18 Uhr, dienstags geschlossen.
Das Museum stellt viele Radios, Dokumente, Gegenstände, Fotos und Landkarten (z.B. aus Reispapier) über den Zweiten Weltkrieg aus, ein Raum ist dem „Indochina-Krieg“ gewidmet. Der Name des Museums (Les sanglots longs) ist dem „Herbstlied“ des Dichters Paul Verlaine entnommen. In ihrer Sendung „Franzosen sprechen zu Franzosen“ kündigte die BBC u.a. Luftoperationen im besetzten Frankreich an. Am 4. Juni 1944 wurde die erste Strophe des Gedichts gesendet („Les sanglots longs / Des violons / de l’automne“ – „Das lange Schluchzen / herbstlicher / Geigen“) – und rief die Widerstandskämpfer zu allgemeiner Sabotage der Eisenbahninstallationen und Telefoneinrichtungen auf; die zweite Strophe („blessent mon coeur / d’une langueur / monotone“ – „die mein Herz / mit langweilender / Mattigkeit verwunden“) rief am 5. Juni zur Generalmobilisierung aller Netzwerke und zum Übergang zur Offensive (Angriffe auf Munitionsdepots und Übertragungsstationen, Bedrängung der deutschen Konvois) auf.
In der Region befinden sich viele Gedenktafeln für Einzelne, z.B. in Bel-Orient, Kerbourhis, Pont-Hamon etc.
Auf dem Weg von der Schleuse Timadeuc, am Kanal von Nantes nach Brest, Richtung Abtei Notre-Dame de Timadeuc, befindet sich auf der linken Seite die Kalvarie von Timadeuc. Sie wurde 1946 zur Ehre des Paters und der Résistance der Abtei errichtet, mit einer Gedenktafel. Die Abtei erhielt die Medaille der Resistance.
In Josselin, 16 km westlich von Réguiny, steht ein Monument des Fusillés vor der Klinik Saint-Martin, zur Ehre von 15 erschossenen Widerstandskämpfern und Fallschirmspringern des Freien Frankreichs.

Medien
www.museereguiny.com
www.bretagne-tours.com/index.php/tag/balade-a-l-abbaye-timadeuc