Der Ort 
Paneriai Žemieji ist ein kleiner Ort, ca. 12km südwestlich von Vilnius. Zu erreichen ist er auf der A1 Richtung Kaunas.

Ereignis
Stele für die OpferDer Gedenkort – nicht zu verwechseln mit Paneriai Aukštieji – wurde erst 2008 als Exekutionsplatz einer Massenerschießung bekannt, seit 2011 hält ein Gedenkstein die dort getöteten Geiseln in Erinnerung. Sie waren Ende Juni 1941 auf Anordnung des deutschen Wehrmacht Stadtkommandanten von Vilnius, Eberhard von Ostmann, mit Hilfe litauischer Kollaborateure als Geiseln für den Fall der Nichtbefolgung des generellen „Befehls Nr. 1“ inhaftiert worden. In diesem Befehl (einer Ansammlung antijüdischer Anordnungen wie Ausgehverbot für Juden bis hin zur Androhung von Todesstrafe bei Missachtung einzelner Befehlsteile) wurde bereits verkündet, es seien 60 Juden und 20 Polen als Geiseln genommen worden, um die Durchführung der Anweisungen sicherzustellen. Am 21. Juli schafften Wehrmachtsangehörige 60 der Geiseln nach Paneriai Žemieji und töteten sie.

Der Erschießungsplatz liegt nahe der einstigen alten Verbindungsstraße Vilnius – Kaunas. Die für die Untersuchungen im Jahr 2008 freigelegten Gebeine wurden am 15. Juni 2011 an der gleichen Stelle feierlich bestattet.

Gedenken
Von Vilnius Richtung Kaunas auf der Savanorių Avenue, in Žemieji Paneriai rechts abbiegen auf die Titnago-Straße. Diese bis zur zweiten Kreuzung Titnago / Jankiškių fahren. Kurz danach kommt auf der rechten Straßenseite ein braunes Hinweisschild (Masinių žudynių aukų kapavietė 0,5km), das links in den Wald zeigt. Dem Fußpfad folgen, nach ca. 70 Meter weist an der ersten Gabelung ein Holzpfeil nach rechts. Nach ca. 250 Meter, an der zweiten Gabelung (offensichtlich stand hier auch einmal ein Hinweis), rechts halten. Dann weitere 200 Meter bis zum Gedenkort, einer Lichtung im Wald. Aufgeschichtete Steinhaufen markieren die Fundorte der Opfer, eine Stele mit folgender Inschrift in Litauisch und Jiddisch erinnert an sie: "Hier erschossen und ermordeten die Nazis im Juli 1941 über 60 Bewohner von Vilnius; die meisten von ihnen waren Juden".
(Hinweis: Der Fußpfad ist mit dem Auto nicht zu erreichen.)


Literatur / Medien
Guzenberg, Irina: Vilnius. Sites of Jewish Memory, Vilnius 2013, S. 49; Lithuanian Holocaust Atlas 2011, S. 296; Tauber, Joachim: Arbeit als Hoffnung. Jüdische Ghettos in Litauen 1941–1944, Berlin 2015, S. 42
 
http://www.holocaustatlas.lt/EN/#a_atlas/search//page/1/item/182/