Einführung

Die Region Toskana war vom Frühjahr 1944 bis zum Beginn der alliieren Frühjahrsoffensive 1945, die zur endgültigen Niederwerfung der deutschen Truppen, zum Verschwinden der Satelliten-Republik von Salò und zur Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 2. Mai 1945 führte, Schauplatz anhaltender Kämpfe, vielfacher Zerstörung und schwerer Kriegsverbrechen, die von Wehrmachts- und SS-Einheiten (auch von kollaborierenden italienisch-faschistischen Verbänden) vor allem an der Zivilbevölkerung begangen wurden.
Schon wenige Wochen nach der Landung der Alliierten auf dem italienischen Festland Anfang September 1943 war Italien ein geteiltes Land: der Süden, in den sich die Regierung Badoglio und der König Anfang September von Rom aus geflüchtet hatten, wurde relativ rasch von den vorrückenden Alliierten eingenommen. Mittel- und Oberitalien blieben zunächst noch monatelang von der Wehrmacht besetztes und beherrschtes Kriegsgebiet, in dem sich die alliierten Truppen über die vom Golf von Gaeta im Westen bis Ortona an der Adria reichende, stark befestigte Gustav-Linie nur langsam voranzukämpfen vermochten. Erst im Spätsommer/Herbst 1944 stießen sie bis zu der quer über den Appenin sich erstreckende Verteidigungslinie (Gotenlinie) vor, die sie schließlich nach dem Winter 1944/45 überschritten. Die Toskana war – mit sehr unterschiedlichen Zeitpunkten der Befreiung (Florenz: September 1944, Massa: endgültig erst im April 1945) – ein Jahr lang umkämpftes Territorium. Dementsprechend lange hielt das Leiden der Zivilbevölkerung an und dementsprechend hoch lag die Zahl der an der Zivilbevölkerung in der Toskana verübten Verbrechen.


Literatur / Medien:
Christiane Kohl, Villa Paradiso. Als der Krieg in die Toskana kam. München 2002; dies.:  Der Himmel war strahlend blau. Vom Wüten der Wehrmacht in Italien. Wien 2004; Iris Origo, Toskanisches Tagebuch. Kriegsjahre im Val d’Orcia. München 1991; Ueberschär, Gerd R. (Hg): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg, Darmstadt 2003; Kammerer, Peter / Krippendorff, Ekkehart: Reisebuch Italien. Von Südtirol bis zur Toskana – der Norden, Hamburg 1998; www.regione.toscana.it/home;  www.resistenzatoscana.it; resistenzatoscana.it/monumenti/; Hier gilt der besondere Dank für die Erlaubnis, die Fotos von Giovanni Baldini, Piero Cocconi und Ezio Della Mea zu verwenden; www.retememoriatoscana.it/; www.regione.toscana.it/regione/multimedia/RT/documents/1235658564154_L.pdf; www.eccidi1943-44.toscana.it/geografia_stragi/toscana_ovest.htm; toscano27.wordpress.com/la-resistenza-in-toscana/; www.comune.pisa.it/anpi/page11.html (Kriegsverbrechen in der Toscana); anpipisa.wordpress.com/elenco-stragi-in-toscana/; www.anpiginolombardiversilia.it/cronologia_str.htm;  www.eccidi1943-44.toscana.it/stragi_toscana/eccidi_nazifascisti_toscana.htm; www.anpiginolombardiversilia.it/cronologia_str.htm


Gedenkorte der Toskana