Region Latium / Provinz Frosinone

Der Ort
Benediktinerabtei MontecassinoCassino im Lirital der Region Latium, eine Kleinstadt mit 36.460 Einwohner/innen (Stand 2016), ist vor allem durch die im Jahr 529 begründete Benediktinerabtei Montecassino, das Mutterkloster der Benediktiner auf dem gleichnamigen Hügel oberhalb der Stadt, und die monatelangen Kämpfe um die dort verlaufende Gustav-Linie bekannt, bei denen der Ort vollständig zerstört wurde. Cassino wurde mit der Medaglia d'oro al valor militare ausgezeichnet.
Cassino liegt unweit der Rom (140 km) und Neapel (100 km) verbindenden Autobahn A1. 

Die Ereignisse
Nach dem Rückzug der deutschen Truppen auf die Gustavlinie kam es auf der Höhe von Cassino zu monatelangen Kämpfen um den Klosterberg Monte Cassino, die vom 17. Januar bis zum 18. Mai 1944 andauerten: Eine der - in mehreren Großoffensiven verlaufende - längsten und blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges mit schweren Verlusten auf beiden Seiten. Alliierte (vor allem US-amerikanische, britische, des Freien Frankreichs, kanadische, polnische und neuseeländische) Soldaten gelang es erst Mitte Mai 1944, die Stellungen der deutschen Wehrmacht unter dem Ober-Kommando von Generalfeldmarschall Albert Kesselring, unterstützt von Einheiten des faschistischen Salò-Regimes, zu durchbrechen. Während der Kämpfe starben ca. 55.000 alliierte und 20.000 Soldaten der früheren Achsenmächte.

Gedenken
Cassino War Cemetery
Cassino War CemeteryAuf dem Friedhof der Commonwealth-Truppen befinden sich die Gräber von 4.271 Soldaten, die während der Kämpfe um den Monte Cassino fielen.
Gestaltet wurde der Cassino War Cemetery von Louis de Soissons (der auch den Suda Bay War Cemetery auf Kreta entwarf).
Cassino, Via S. Angelo

Polnischer Soldatenfriedhof und 2nd Polish Corps Memorial Museum
In Polen gilt die Eroberung des Monte Cassino als ein nationales Symbol für den Tod all jener polnischer Soldaten, die auf Seiten der Alliierten in der sogenannten „Anders-Armee" gegen die Nazis kämpften: Während der Schlussoffensive am 18. Mai 1944 erhielt das 2. Polnische Korps unter General Władysław Anders den Auftrag, die Klosterruine im Frontalangriff zu nehmen, während andere alliierte Einheiten links und rechts zur Umgehung des Berges ansetzten.
Die fast tausend polnischen Soldaten, die bei diesem Angriff starben, wurden auf dem polnischen Soldatenfriedhof beigesetzt, der 1945 in einer Mulde zwischen der "Höhe 593", über die der polnische Angriff verlief, und dem Kloster eingerichtet wurde.
Auf eigenen Wunsch wurde auch der in London verstorbene Władysław Anders (1892-1970) auf dem Friedhof beerdigt.
Polnischer SoldatenfriedhofVor dem Eingang des Friedhofs befindet sich das 2nd Polish Corps Memorial Museum, in dem über die Ereignisse am Monte Cassino und das 2. Polnische Korps aus polnischer Sicht informiert wird.

Einrichtung:
Historiale di Cassino, Via San Marco 23, 03043 Cassino (FR), Tel: 0776-313852, info@museohistoriale.org, www.museohistoriale.org.
Das zum 60. Jahrestag der Schlacht um Montecassino eröffnete Museum ist jeweils von Anfang März bis Ende September geöffnet. Die Öffnungszeiten sind der Homepage des Museums zu entnehmen.

Literatur / Medien:
www.abbaziamontecassino.org; de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_Monte_Cassino; www.museohistoriale.org; en.wikipedia.org/wiki/Cassino_War_Cemetery