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Bologna

Hauptstadt der Region Emilia-Romagna          

Bologna Piazza NettunoStadt des Widerstands
Bologna war eines der städtischen Zentren der Resistenza Oberitaliens. Unübersehbar manifestiert sich diese Geschichte an der Außenwand des Palazzo Communale (Palazzo d’Accursio) und an den großen Wandtafeln, die dort angebracht sind. Sie zeigen hunderte kleiner Porträts zur Erinnerung an die gefallenen Widerstandskämpferinnen und -kämpfer aus Bologna. Aus Bologna kamen weit über 14.000 Partisanen, unter ihnen mehr als 2.000 Frauen. Über 2.000 der Partisanen fielen im Kampf und über 2.000 wurden als Geiseln ermordet, mehr als 800 starben in Lagern. Bologna stellte 18 Partisanenbataillone (zwei wurden von der Aktionspartei, zwei von den Sozialisten, eines von den Christdemokraten und 13 von der kommunistischen Partei getragen). Der Stadt wurde vom italienischen Staatspräsidenten die Goldene Widerstandsmedaille verliehen.

Gedenken
Als zentraler Ort der Erinnerung an die Ereignisse und die Opfer des Widerstands kann der Neptunsplatz vor dem Palazzo Comunale mit dem Blick auf die einzelnen Gedenktafeln gelten. Eine ganze Reihe weiterer anderer, eindrucksvoller Gedenkorte und -einrichtungen kennzeichnen die in Bologna zum Selbstverständnis und zum Stadtbild gehörende Kultur der Erinnerung. Zu erwähnen sind insbesondere: Museo della Resistenza di Bologna; der Gedenkort an der Porta Lame; der Park bei der Villa Spada; das Jüdische Museum; der Friedhof Certosa.

Erinnerungstafeln
Bei Erkundungsgängen durch die Stadt trifft man auf zahlreiche Tafeln, die an Ereignisse und Opfer des Widerstandes erinnern – beginnend am Palazzo Communale, wo neben den beiden großen Bildtafeln mit den Porträts der Widerstandskämpferinnen und -kämpfer Bolognas u.a. eine Erinnerungstafel für die vielen Tausend im September 1943 auf den Inseln Kephalonia und Korfu ermordeten und bei den auf Seetransporten ertrunkenen italienischen Soldaten angebracht ist. Direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Platzes, erinnert eine Tafel an die in deutsche Lager deportierten Militärinternierten.

... für die in den Vernichtungslagern Ermordeten .... für die gefallenen Partisaninnen und Partisanen ... für die auf Kephalonia und Korfu ermordeten Soldaten

 

Museo della Resistenza di Bologna / Istituto Storico Parri Emilia-Romagna                          

Das 2006 eröffnete Widerstandsmuseum, im gleichen Gebäude untergebracht wie das Geschichtsinstitut Ferruccio Parri (Istituto Storico Parri Emilia-Romagna; www.istitutoparri.eu), benannt nach dem Partisanenführer und ersten Ministerpräsidenten Italiens nach der Befreiung 1945, beherbergt eine sehenswerte Ausstellung zur Geschichte der Resistenza (Via Sant' Isaia 18, Bologna, Tel. 051 339750; E-Mail: info@museodellaresistenzadibologna.it ; www.museodellaresistenzadibologna.it – dort auch die aktuellen Öffnungszeiten).

 

Museo della Resistenza di Bologna Museo della Resistenza di Bologna

Museo Ebraico di Bologna
Das Museum befindet sich im ehemaligen jüdischen Viertel von Bologna in der Via Valdonica Nr. 1 (zu Fuß von der Piazza Maggiore, Via Rizzoni über Via Giuglielmo Oberdan, Piazzetta Marco Biagi zur Via Valdonica – dort am Ende der Straße). Die Ausstellung im Museum vermittelt eindrucksvolle Informationen auf Bild- und Texttafeln, in Ausstellungsvitrinen und mit Hilfe eines Audioguide. Es fällt auf, dass – abgesehen von einer Deportationsliste in einer besonderen Nische – die Entrechtung und Deportation der Juden aus Bologna nur mit wenigen Sätzen erwähnt wird. (Museo Ebraico, Via Valdonica 1/5, Bologna, Tel. 051 2911280; E-Mail: info@museoebraicobo.it; Internet: www.museoebraicobo.it – dort auch die aktuellen Öffnungszeiten).

 

Alte Synagoge im früheren Ghetto Bologna

Synagoge
In der Via dell'inferno, nicht weit vom Museum entfernt, erinnert eine Gedenktafel an die alte Synagoge im früheren Ghetto.

Memoriale della Shoah
Im Januar 2016 wurde in Bologna das Memoriale della Shoah eingeweiht; ein Jahr später der Platz, auf dem es an der Ecke Via Matteotti/Via De'Carracci steht, in Piazza alle vittime dell'Olocausto umbenannt.

Weitere Gedenkorte in Bologna:

Porta Lame
Villa Spada
Friedhof Certosa

Literatur / Medien:Bologna 1938–1945. Guida ai luoghi della guerra e della Resistenza. Istituto per la storia della Resistenza nella provincia di Bologna, 2005; Kammerer, Peter, Krippendorff, Ekkehart: Reisebuch Italien. Von Südtirol bis zur Toskana – der Norden. Hamburg, überarbeitete Neuausgabe 1998, S. 226 f.; Silingardi, Claudio: Alle Spalle della Linea Gotica. Storie Luoghi Musei di Guerra e Resistenza in Emilia-Romagna, Modena 2009; S. 137ff.; Gli antifascisti, i partigiani e le vittime del fascismo nel bolognese (1919–1945), Volume I, Bologna dall’antifascismo alla Resistenza, Istituto per la storia della resistenza e della società contemporanea nella Provincia di Bologna „Luciano Bergonzini“ (Isrebo), Commune di Bologna, 2005; certosa.cineca.it/montesole/Blob.php?ID=7636); de.wikipedia.org/wiki/Bologna