Schriftgröße A A A

Pietrasanta

Provinz Lucca / Region Toskana

Der Ort
Pietrasanta ist eine Kleinstadt mit ca. 25.000 Einwohnern und ist bekannt für seine Marmorverarbeitung. Es liegt ca. 20 km südlich von Carrara und ca. 10 km von Massa und ist über die SS1 erreichbar. Der am Meer gelegene Ortsteil Marina di Pietrasanta ist ein bekanntes Seebad, es gibt noch zahlreiche weitere Ortsteile, u.a. Valdicastello. Von dort aus führt die einzige kleine Straße nach Sant'Anna di Stazzema.

Die Ereignisse
Pietrasanta ist verbundenGedenkstätte für die Opfer von San Terenzo (Foto: Baldini) mit dem in Sant'Anna verübten größten Massaker der Toskana. In das kleine, abgelegene Bergdorf hatten sich mehrere Hundert Flüchtlinge aus der Region zurückgezogen, um das Ende des Krieges abzuwarten. Die Gedenkorte in der Stadt  beziehen sich auf die Massaker in dem zu Pietrasanta gehörenden Ortsteil Valdicastello und in dem von dort aus erreichbaren Dorf St. Anna di Stazzema, die die in Pietrasanta stationierten Einheiten der 16. SS-Panzergrenadierdivision „Reichsführer SS“ am 12. August 1944 verübt hatten.

Gedenken

Sacrario dei martiri di San Terenzo
Eine Kapelle auf dem Friedhof in Pietrasanta ist den in Bardine di San Terenzo ermordeten Geiseln gewidmet. Der Friedhof befindet sich in der Via Sarzanese.

Sacrario della Croce Rossa
Auf dem gleichen Friedhof gibt es eine Gedenkstätte für eine Gruppe von Opfern, die nach dem Massaker in Valdicastello gefangen genommen und entweder sofort oder später in Bardine di San Terenzo oder am Fosse del Figido in Massa ermordet worden waren, unter ihnen die Geistlichen Don Libero Raglianto und Don Renzo Tognetti.

Sacrario della Croca Rossa (Fotos: Baldini) Tafeln an der Gedenkstätte

Denkmal für die an der Linea Gotica Gefallenen
Die Kommune Pietrasanta ehrt mit einem Denkmal auf der Piazza Caduti della Linea Gotica den Soldaten Sado S. Munemori der US-Armee stellvertretend für alle Gefallenen der Kämpfe an der Linea Gotica.

Denkmal für die Gefallenen an der Linea Gotica (Foto: Baldini)

Literatur / Medien
Gentile, Carlo: Sant’Anna di Stazzema. In: Ueberschär, Gerhard R. (Hg.): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Darmstadt 2003; S. 235; Schreiber, Gerhard: Deutsche Kriegsverbrechen. Täter, Opfer, Strafverfolgung. München 1996, S. 181, 183; Andrae, Friedrich: Auch gegen Frauen und Kinder. Der Krieg der deutschen Wehrmacht gegen die Zivilbevölkerung in Italien 1943–1945. München/Zürich 1995; S. 208 ff.; http://resistenzatoscana.it/monumenti/mappa/pietrasanta/; http://resistenzatoscana.it/monumenti/pietrasanta/monumento_ai_caduti_sulla_linea_gotica/ (Foto: Baldini); http://resistenzatoscana.it/monumenti/pietrasanta/sacrario_dei_martiri_di_san_terenzo/ (Foto: Baldini); http://www.pugliantagonista.it/archivio/sant'annastazzena_44.htm; http://www.anpiginolombardiversilia.it/cronologia_str.htm; http://rete.comuni-italiani.it/wiki/Immagine:Pietrasanta_-_strage_di_valdicastello.jpg