Region Piemont / Provinz Cuneo

Der OrtInformationstafel zum Pakt von Saretto
Saretto ist eine kleine, zu Acceglio gehörende Gemeinde im Talschluss des piemontesischen Valle Maira in den Cottischen Alpen. Der Ort liegt auf etwa 1.500 Meter Höhe nah an der Grenze zu Frankreich und ist von der Provinzhauptstadt Cuneo aus auf der Strada Provinciale SP 422 über Dronero und Acceglio erreichbar (65 km ab Cuneo).

Das Ereignis
Gedenktafel am Haus des VertragsabschlussesAm 30. Mai 1944 besiegelten Mitglieder des französischen und des italienischen Widerstands mit dem „Pakt von Saretto“ ein Abkommen über enge politische und militärische Zusammenarbeit. Dante Livio Bianco vereinbarte als Verhandlungsführer der kleinen italienischen Delegation mit Max Juvenal, dem Vertreter der französischen Résistance, gemeinsame Anstrengungen der beiden besetzten Staaten im Kampf gegen Faschismus und Nationalsozialismus.

Vorherige Treffen
Zu einem ersten Treffen kam es auf Anregung der italienischen Widerstandsgruppe Giustizia e Libertà zwischen Vertretern der französischen Résistance und der italienischen Partisanen in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1944 kurz unterhalb des verschneiten, knapp 2.700 Meter hohen Colle Sautron: Die Franzosen waren aus dem Ubayetal über Larche aufgestiegen, die Italiener aus dem oberen Mairatal.
Zu einem zweiten Treffen kamen am 22. Mai 1944 in Barcelonette (F) die italienische Delegation unter Duccio Galimberti und die französische unter Jacques Lecuyer und Ernest Chabre zusammen. Sie vereinbarten: Intensivierung der Kommunikation zwischen den beiden Tälern beiderseits der Grenze mit Hilfe von Sprechfunk; Austausch von Waffen; ständige, von zwei Offizieren geleitete Zusammenarbeit der italienischen und französischen Verbände, um gemeinsame Aktionen zu koordinieren; Austausch aller Verbindungen zu alliierten Truppen.

Weg zum Colle Sautron, wo das erste Treffen stattfandGedenken
An dem Haus in Saretto, in dem sich die Männer trafen und das Abkommen von Saretto beschlossen, erinnert eine Gedenktafel an das Geschehen.
Das italienisch-französisch-schweizerische Gemeinschaftsprojekt „La Memoria delle Alpi / La Mémoire des Alpes / Gedächtnis der Alpen“‚ das sich u.a. zur Aufgabe gesetzt hat, politische und rassistische Verfolgungen, Kriegsereignisse sowie geistige und militärische Widerstandsbewegungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat den Weg zwischen Saretto und Larche (F) als Gedächtnispfad für Duccio Galimberti (1906-1944), einen der Gründer der Partito d’Azione und Leitfigur der Widerstandsbewegung ‚Giustizia & Libertà’ im Piemont, ausgewiesen.
Am Ortseingang von Saretto steht eine große Hinweistafel, die Informitionen zum Pakt von Saretto liefert.
Im französischen Barcelonette erinnert an der Moulin Chabre eine Gedenktafel an das Treffen vom 22. Mai 1944.

Literatur / Medien:
Touring Club Italiano (Hg): I Sentieri della Libertà. Piemonte e Alpi occidentali. 1938–1945. La Guerra, la Resistenza, la persecuzione razziale. A cura di Livio Berardo, Mailand 2007, S. 60f.; Bologna, Piermario (Hg.): I Sentieri della Libertà in provincia di Cuneo, Cuneo 2007, „Verso l’Europa“; it.wikipedia.org/wiki/Accordi_tra_Resistenza_italiana_e_Resistenza_francese#L.27incontro_di_Saretto; www.memoriadellealpi.net/download/GRUPPO01~PDF_SENTIERI/Sentiero-Galimberti.pdf;