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Arras

Region Hauts-de-France/Nord – Pas-de-Calais, Departement Pas-de-Calais
          
Der OrtGrand'Place und Place des Héros; Quelle: Wikipedia Pir6mon, CC BY-SA 3.0
Arras, 40970 Einwohner/innen (2014), Hauptstadt des Departement Pas-de-Calais; früher Hauptort der Provinz Artois, bedeutendes Textilzentrum. TGV-Bahnhof. Mit dem Auto von Lille 52 km (A 1), von Paris 186 km (A 1 – Maut).
 
Erschießungen in der Zitadelle
Das Departement war dem deutschen Oberkommando in Brüssel unterstellt. Die Repression jeglicher Opposition durch die Besatzungsmacht war besonders hart. Zwischen 1941 und 1944 erschossen die Deutschen im Graben der Zitadelle 218 Widerstandskämpfer und Geiseln. Die meisten waren Bergarbeiter, viele polnischer Herkunft, meistens Kommunisten, einige hatten andere politische Überzeugungen. Ein großer Anteil von ihnen wurde durch frz. Polizei oder Gendarmerie verhaftet. Das jüngste Opfer, Julien Delval, war 16 Jahre alt.
Graben der Zitadelle Infotafel am Eingang der erste Füsilierte A. Bekaert

Gedenken
Die Gedenkstätte „Mémorial des Fusillés“ in der Zitadelle ist den Opfern des Nazi-Terrors gewidmet. Auf der Information am Eingang ist zu lesen: „Im Gedenken. 218 Patrioten unterschiedlicher Herkunft sind zwischen 1941 und 1944 in den Gräben der Zitadelle von Arras füsiliert worden. Sie, die Sie diesen Ort besichtigen, behalten Sie die Erinnerung an ihr Martyrium in Ihrem Gedächtnis“.

12 Opfer einer Massenerschießung Erschießungspfahl der letzte Füsilierte V. Boric

In die Wände des Burggrabens ist für jeden der 218 Erschossenen eine Gedenktafel eingelassen („Mur des Fusillés“). Am 21. August 1941 wurde als erster ein 22-jähriger belgischer Bauarbeiter aus Avion füsiliert. Im April 1944 wurden 12 Résistants, darunter Jean Cavaillès, erschossen und in einem Massengrab verscharrt. Die letzten Füsilierten vom 22. Juli 1944 waren zwei FTP-Kämpfer, geflohene sowjetische Zwangsarbeiter, darunter Vassili Boric/Vasyl Poryk (vgl. auch Hénin-Beaumont). Die Tafeln nennen Namen, Alter und Widerstandsgruppe der Toten, u.a. von Charles Debarge. Weitere Namen bei: Fossier, aaO.; http://onac62.chez-alice.fr/memoire/Alphabet/A/arrasmurfusilles.htm. Die Gedenkstätte Mur des Fusillés liegt am Ende der Avenue du Mémorial des Fusillés, diese zweigt vom Boulevard du Général de Gaulle ab.

Totendenkmal jüdische Opfer Stele Résistance Gedenktafel Zwangsarbeits-Deportierte
Das Totendenkmal von Arras nennt auf einer Tafel die Namen der 1939-1945 getöteten Bürger/innen und gedenkt der Opfer antisemitischer und rassistischer Verfolgung (Place du Maréchal Foch, Nähe Bahnhof). Eine Stele ist den neun erschossenen und 52 deportierten Résistants aus Arras gewidmet (Place des Héros, vor dem Rathaus) Am ehemaligen Haus der „Deutschen Werbestelle“ (Sauckel-Behörde) wird an die 9000 zur STO-Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppten jungen Männer des Departements erinnert (1 Rue de Maximilien Robespierre).
 
Literatur/Medien
Dejonghe, Étienne/Le Maner, Yves: Le Nord – Pas-de-Calais dans la main allemande 1940-1944, Lille 1999, S.329ff.
Fossier, Jean-Marie: Zone interdite. Nord Pas-de-Calais, Paris 1977, S. 177ff.
Petit Futé. Guide des lieux de mémoire, Paris 2011, S. 162
http://onac62.chez-alice.fr/memoire/Alphabet/A/arrasmurfusilles.htm
https://fr.wikipedia.org/wiki/Arras