Region Piemont / Provinz Asti

Parco della ResistenzaDer Ort
Asti ist der Hauptort der gleichnamigen piemontesischen Provinz und hat ca. 75.000 Einwohner/innen. Die Stadt ist über die Autobahn A21 (TurinBrescia) erreichbar (55 km ab Turin, 37 km ab Alessandria).

Die Ereignisse
Kurz nach dem italienischen Kriegsaustritt am 8. September 1943 marschierten Truppen der deutschen Wehrmacht in Asti ein und installierten eine Platzkommandatur in der Via Natta 7. Der Widerstand gegen die deutsche Besatzung formierte sich – vor allem nach der Zerschlagung der Streiks im März 1944 - im Hinterland von Asti, im Alto Monferrato um Nizza Monferrato, wo im Spätsommer 1944 eine freie Zone von 40 Gemeinden, die „Repubblica partigiana dell’Alto Monferrato“, entstand.

SynagogeDeportation der Juden
Die jüdische Gemeinde von Asti hatte zum Zeitpunkt der Verabschiedung der italienischen „Rassegesetze“ (1938) knapp 100 Mitglieder. In der gesamten Provinz Asti wurden zudem nach dem Kriegseintritt Italiens 1940 sukzessive circa 400 ausländische Juden interniert, von denen die meisten ab Februar 1943 in das Lager von Ferramonti di Tarsia in Kalabrien gebacht wurden. Einige Jüdinnen und Juden aus der Provinz Asti konnten noch vor den am 1. Dezember 1943 einsetzenden Deportationen flüchten, überwiegend in die Schweiz. 50 Menschen - darunter auch 14 verbliebene internierte Ausländer aus München, Augsburg, Wien und Zagreb - gelang dies nicht: Sie wurden nach Auschwitz und Mauthausen deportiert.

Gedenktafel an der SynagogeGedenken
In der Synagoge in der Via Ottolenghi 8 befindet sich im Museum der jüdischen Gemeinde von Asti die in Zusammenarbeit mit dem Resistenza-Institut (ISRAT) erarbeitete Ausstellung „Una finestra sulla storia“ (nur nach Voranmeldung im ISRAT zu besichtigen). An der Synagoge wie auch am Eingang des jüdischen Friedhofs erinnern Gedenktafeln an die Opfer des Holocaust.

Im Tiefgeschoss des Museo del Risorgimento im Palazzo Ottolenghi, dem Sitz der Präfektur während des Salò-Regimes (mit eigenem Luftschutzbunker), ist ein Ausstellungssaal dem Thema „Asti in guerra“ gewidmet.
Im „Parco della Resistenza“ steht eine Gedenkstele für die Opfer des Widerstands.

Einrichtungen:
Das Resistenza-Institut der Provinz Asti, das Istituto per la storia della resistenza e della società contemporanea in Provincia di Asti (ISRAT), hat seinen Sitz im Palazzo Ottolenghi, Corso Alfieri 350 (Eingang im Innenhof), 14100 Asti, Tel +39 0141 354835, www.israt.it.

Literatur / Medien:
Touring Club Italiano (Hg): I Sentieri della Libertà. Piemonte e Alpi occidentali. 1938–1945. La Guerra, la Resistenza, la persecuzione razziale. A cura di Livio Berardo, Mailand 2007, S. 38f.; www.memoriadellealpi.net/download/GRUPPO01~Centri-schede/CENTRO-RETE-Asti.pdf; www.israt.it/ebooks_download/ATCO000103.pdftorinoebraica.it/index.php?option=com_k2&view=item&id=46:asti&Itemid=169&lang=en;