Kaufmann, 1922 beteiligt am Kapp-Putsch, 1934 an den Röhm-Morden, ab 1933 bei der SS, 1942 Höherer SS- und Polizeiführer in Frankreich, neben dem Militärbefehlshaber und Botschafter der wichtigste Repräsentant der Besatzer. Er erreichte die Kollaboration der franz. Polizei (René Bousquet), setzte die Massendeportation der Juden durch, sicherte die Zwangsrekrutierung französischer Arbeitskräfte ab und war – neben der Wehrmacht – für die brutaler werdende Jagd auf Widerstandskämpfer mit Erschießungen von Zivilisten und Geiseln verantwortlich.
Oberg wurde 1954 – zusammen mit Helmut Knochen – vom Militärgericht in Paris zum Tode verurteilt, begnadigt und 1962 nach Deutschland entlassen. Ein in München laufendes Ermittlungsverfahren wurde lustlos bis zu seinem Tode weiter betrieben.

Literatur/Medien
Brunner, Bernhard: Der Frankreich-Komplex. Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main 2007, S. 59f.,132ff., 146f., 167f.
Klarsfeld, Serge: Vichy–Auschwitz. Die Zusammenarbeit der deutschen und französischen Behörden bei der „Endlösung der Judenfrage“ in Frankreich, Nördlingen 1989, S. 46ff., 89ff., 131ff., 231ff., 291ff.
Lieb, Peter: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44, München 2007, S. 63f.
Meyer, Ahlrich: Die deutsche Besatzung in Frankreich 1940–1944. Widerstandsbekämpfung und Judenverfolgung, Darmstadt 2000, S. 26ff., 50ff., 98ff., 109ff., 121ff.
http://fr.wikipedia.org/wiki/Karl_Oberg