Region Hauts-de-France/Picardie, Departement Somme

Abbeville - Gedenkstein Abbé P. Carpentier

Der Ort
Stadt mit 23230 Einwohner*innen (2016) an der Somme, nahe bei deren Mündungsbucht und der Nordsee (Ärmelkanal). 

Bahnhof: Züge ↔Paris, Amiens, Abbeville, Boulogne-sur-Mer, Calais. Mit dem Auto von Amiens 47 km (D 936/D 901), Paris 181 km (A 26).

Die Ereignisse

Zwei Tage später, beim Einzug der Wehrmacht waren nur noch 4000 der 19300 Einwohner/innen in der Stadt.Die Stadt wurde 20. Mai 1940 durch Bomben der deutschen Luftwaffe stark zerstört und viele Menschen getötet. Früher Widerstand waren Nachrichtendienst und Fluchthilfe. Pater Pierre Carpentier half z.B. alliierten Piloten bei der Flucht nach Spanien (Netze Cohors und Pat O'Leary). Er wurde im Dezember 1941 von der Gestapo verhaftet und gefoltert, im Sommer 1942 als Nacht-und Nebel-Gefangener nach Bochum deportiert und am 30. Juni 1943 zusammen mit anderen Résistants im Gefängnis Lübeckerstraße in Dortmund enthauptet. Ein Gedenkstein bei der Kirche Saint-Gilles erinnert daran (Place de l'Abbé Carpentier).

 

 

 

 

Gedenktafel an die Befreiung der GefangenenGedenktafel an elf erschossene PatriotenDeportierten Denkmal
  
 

 


  

 


  

 

 

 

 

Organisierter Widerstand entwickelte sich nach der Einführung der STO-Zwangsarbeit in der deutschen Rüstungsindustrie (Februar 1943) sowie im Vorfeld und nach der alliierten Landung in der Normandie (6. Juni 1944). Nach verstärkter deutscher Repression waren etwa 100 Häftlinge im Gefängnis von Abbeville eingesperrt. Am 22. Juni drangen Résistants in das Gefängnis ein, sperrten die Wachleute in Zellen und befreiten die Gefangenen. Die Inschrift der Gedenktafel am Gefängnis (8 Rue Dumont) lautet: „Hier griff ein Kommando am 22. Juni 1944 aus 11 freiwilligen FTP das Gefängnis an und befreite 70 politische Gefangene, darunter vier zum Tode Verurteilte.“

Gesteigerter Verfolgung und Repression fielen viele Resistants zum Opfer. Sie wurden in die KZ deportiert oder erschossen. Z.B. wurden elf Patrioten am 31. August oder 1. September 1944, dem Vorabend der Befreiung, in den Gestapo-Kellern (damals 6 Place Victor Hugo) gefoltert und dann erschossen. Eine Gedenktafel erinnert daran, die Inschrift an der Seitenmauer lautet: „Hier wurden am 1. September 1944 elf Patrioten der Résistance feige von den Nazis gefoltert und erschossen“ (an der Seitenmauer des ehem. Gestapo-Sitzes, heute Place du Général de Gaulle).

Das Denkmal ist „unseren Märtyrern, Deportierten, Erschossenen, allen Opfern der Nazi-Barbarei 1939 bis1945“ gewidmet (Place du Pilori; direkt gegenüber dem Denkmal wurde 2016 der Square des Deportés, Internés und Résistants eingeweiht – auch als Ehrung der Überlebenden, die nach der Befreiung beständig Zeugnis abgelegt haben.

 

Medien/Literatur

http://museedelaresistanceenligne.org/media2342-Alfred-Somont-
http://www.lejournaldabbeville.fr/2014/06/09/lancienne-resistante-mlle-chedeville-nest-plus/
http://www.webmatters.net/txtpat/monuments/ind_abbe_carpentier_fr_01?id=218
http://www.courrier-picard.fr/archive/recup%3A/region/abbeville-le-square-des-deportes-inaugure-ia174b0n765675
http://www.aerosteles.net/stelefr-abbeville-stfreres
http://fr.wikipedia.org/wiki/Abbeville