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Sassenage

Region Rhône-Alpes, Departement IsèreMémorial de la RésistanceBlick auf den Ort

 

Der Ort
Gemeinde im Ballungsraum Grenoble am Fuß des Vercors-Massivs, 11500 Einwohner/innen. Von Grenoble-Zentrum 10 km (D 1075/A480 oder D 1532).


Die Ereignisse
Einwohner waren in Widerstandsbewegungen wie Combat oder Libération-Sud aktiv. Bürgermeister Louis Reverdy liefert falsche Identitätskarten und Lebensmittelmarken. Sein Café war Treffpunkt der  Résistance. Er wurde am 16. Juni 1944 von Milice und Gestapo verhaftet und in Lyon-Montluc eingesperrt; er kam am 2. Juli 1944 – wie über 500 andere Gefangene - in dem Deportationszug ‚Train de la Mort‘ auf dem Weg vom Internierungslager Compiègne in das KZ Dachau um.
Im Ortsteil Côtes-de-Sassenage hatte Pierre Dalloz aus Grenoble eine Wohnung; er hatte 1941 erste Pläne für die Nutzung des Vercors-Massivs durch die Résistance entwickelt (vgl. Vercors, Einführung) und sie mit der Bildung von Lagern für STO-Verweigerer und Maquisards weiter geführt. Dabei wurde er u.a. von dem Schriftsteller Jean Prévost unterstützt, der im Juli 1944 das Kommando über eine über 100 Mann starke Maquisardsgruppe erhielt (Pseudonym Capitaine Goderville). Beim Versuch, nach der Zerschlagung des Vercors-Maquis durch die Wehrmacht der deutschen Umzingelung zu entgehen, wurden er und vier Kameraden am 1. August 1944 am Ausgang der Furon-Schlucht kurz vor Sassenage von deutschen Soldaten entdeckt und erschossen.

Mémorial, Tafel mit Namen der Opfer Denkmal an Kirche, Ortsteil Côtes Tafel General Délestraint

Gedenken
Für das  Mémorial de la Résistance wurde eine Tafel in den Fels gefräst und beschriftet. Es befindet sich an der Stelle, an der die fünf Vercorskämpfer um Jean Prévost von deutschen Soldaten erschossen wurden. Der Text lautet: „In Côtes de Sassenage wurde Anfang 1943 das erste Militärkomitee des Vercors gebildet; es wurde von General Délestraint inspiziert, der am 19. April 1945 im KZ Dachau ermordet wurde; ihm gehörte Cdt. Marcel Pourchier an, der am 2. September 1944 im KZ Natzweiler-Struthof ermordet wurde.
Hier fielen für die Freiheit und für Frankreich am 1. August 1944, 7 Uhr morgens, fünf Maquisardskämpfer des Vercors: Jean Prévost, Charles Loysel, André Jullien, Jean Veyrat, André Leizer. Eingeschlossen in das Gedenken sind die Kinder Sassenages, die in der Deportation gestorben oder auf dem Vercors im Kampf gefallen sind: Bürgermeister Louis Reverdy, Paul Arnaud, Georges Jasserand, Henri Perret, Robert Repellin, Charles Richard“ (im Ortsteil Côtes-de-Sassenage, am Ende der Route du Pont du Charvet, die von der D 531 abgeht, Schild 'Mémorial' folgen).

Totendenkmal Totendenkmal: Namen der Résistants und Deportierten

An der Kirche im Ortsteil Côtes-de-Sassenage erinnert ein Denkmal an den im KZ umgekommenen Paul Arnaud und den am Pont du Charvet getöteten Maquisards Georges Jasserand. An der Mauer gegenüber ehrt eine Tafel General Délestraint, Führer der Armée Secrète, der im April 1943 die entstehenden Maquis des Vercors besucht hatte und im April 1945 im KZ Dachau ermordet wurde (2 Chemin de la Gérina). Eine Tafel am Totendenkmal nennt die Namen von vierzehn getöteten Widerstandskämpfern und Deportierten, darunter einer Anzahl jüdischer Deportierter  (neben 9 Rue des Maronniers = großer Platz neben Mairie).

 

Literatur/Medien
Vergnon, Gilles: Résistance dans le Vercors. Historie et lieux de Mémoire, Grenoble 2012
Duclos, Jean-Claude u.a. (Hg.): 1939-1945. L'Isère en Résistance, l'espace et l'histoire, Veurey 2005
http://fr.wikipedia.org/wiki/Sassenage