Region Hauts-de-France/Picardie, Departement Somme

Croix du Bourg/Totenlaterne

Der Ort
Gemeinde von 1436 Einwohner*innen (2017), 20 km nördlich von Abbeville (D 928/D 12).

Die Ereignisse
Ab Ende August 1944 zogen sich die letzten Wehrmachteinheiten aus Abbeville Richtung Belgien vor den alliierten Truppen zurück. Am 3. September morgens früh sprengten die Deutschen die Brücke über den Fluss bei Crécy-en-Ponthieu. Am Morgen forderten mehrere junge Leute aus dem Dorf die Gendarmen auf, zwölf deutsche Soldaten festzunehmen, die sich in einem Gebäude in der Nähe ausruhten. Der Gendarmeriechef Berle lehnte zunächst ab, weil er das für unverantwortlich und gefährlich hielt; oder hatten die jungen Leuten die Soldaten schon überwältigt? Oder war es möglich, dass die deutschen Soldaten genug vom Krieg hatten? Die Gendarmen nahmen die Soldaten also fest. Kurz vor der Gendarmeriestation wurden sie von 100 bis 200 deutschen Soldaten (des 935. Grenadierregiments der 245. Infanteriedivision) überrascht, die auf dem Rückzug waren. Die Gendarmen konnten sich noch mit den Ehefrauen und Kindern in der Gendarmerie verbarrikadieren, gaben aber angesichts der Kräfteverhältnisse auf; zwei Gendarmen und zwei junge Résistants konnten noch durch einen Hinterausgang entkommen

Stele der sechs Erschossenen

 

Die Deutschen ließen Frauen und Kinder gehen und führten drei Gendarmen und vier Zivilisten an den Dorfrand. Dort wurden sechs Männer von zwei deutschen Leutnants erschossen - vor den Augen des 17-jährigen Sohns des Gendarmariechefs Berle; Dieser war von dem Erlebten traumatisiert. Nach seinem Tod wurden Papiere gefunden, auf denen er das Geschehen skizziert. Aufgrund gründlicher Recherchen hat der Enkelsohn 2015 einen detaillierten Bericht verfasst (s. Medien).

 

 

 

 

Gedenktafel mit Namen der Opfer






Gedenken
Am Ort des Geschehens wurde eine Stele aus hellem Stein zum Gedenken an die Erschossenen errichtet (gegenüber 39 Avenue des Fusillés). Die Tafel auf der Stele trägt die Inschrift :“Den Opfern der deutschen Barbarei - Erschossen am 3. September 1944 – Sie sind gestorben, damit Frankreich lebe“ und nennt Namen, Alter und Beruf der Opfer:
- Gilbert Gaffet, geb. 1904, Mechaniker, FFI
- Eugène Petit, geb. 1903, Postbote, Résistant
- Émilien Berle, geb. 1899, Gendarmeriechef
- Édouard Martinache, geb. 1917, Gendarm
- Raymond Patry, geb. 1920, Gendarm
- Arthur Savreux, geb. 1877, Rentner.
Auch in der Eingangshalle der Gendarmerie ehrt eine Gedenktafel die Erschossenen (22 Route de Rue).

 

Museum Crécy; Quelle: Musée de Crécy

Das kommunale Musée de Crécy zeigt – neben einer Schlacht aus dem 100jährigen Krieg – auch Informationen und Bilder über Standorte von V1-Raketen, die die Wehrmacht im Juni 1944 auf London abfeuerte (s.a. Éperlecques, Saint-Omer sowie Atlantikwall). Adresse: 4 Rue des Ecoles, 80150 Crécy-en-Ponthieu; email: [email protected]; internet: www.musee-crecyenponthieu.fr/découvrir/les-sites-v1 ; Öffnungszeiten: Februar – Oktober: Mittwoch bis Sonntag 10 – 18 Uhr (Mittagspause 12 h – 14.15 h); Eintritt 2 €.


 

 

 

 

 

Medien
https://www.39-45.org/viewtopic.php?f=33&t=41089#p528826 (Bericht des Enkels)
http://www.picardie-1939-1945.org/phpBB2new/viewtopic.php?t=2272 (1. Bericht September 1944)
http://maitron-fusilles-40-44.univ-paris1.fr/spip.php?article188286 (dto.)
https://fr.wikipedia.org/wiki/Cr%C3%A9cy-en-Ponthieu