Carla Capponi wurde am 7. Dezember 1918 in Rom geboren und wuchs in einer katholisch geprägten, antifaschistischen Familie auf. Ihr Vater war Ingenieur, Carla studierte Jura. Mit 20 Jahren wurde sie Mitglied der kommunistischen Partei und lehnte die Rassegesetze, die Freunde von ihr betrafen, sowie den Krieg in Afrika und in Europa ab. Nach dem 8. September 1943 schloss sie sich der GAP unter dem Decknamen „Elena“ an und wurde bald Vizekommandantin einer GAP-Gruppe, die Aktionen und Attentate in Rom und in der Provinz ausführte. Unter anderem war sie war an dem Attentat am 23. März 1944 in der Via Rasella beteiligt, bei dem Partisanen 33 Südtiroler Angehörige des Polizeibataillons „Bozen“ töteten, das die Aufgabe hatte, die Stadt von „Banditen“ zu säubern. Die SS reagierte mit einer grausamen Repressalie: in den Ardeatinischen Höhlen wurden 335 Geiseln erschossen – Männer, die man wahllos aus den Gefängnissen und von der Straße aufgegriffen hatte. Als die Bedrohung für Carla Capponi zunahm, verließ sie Rom und wurde Vizekommandantin einer Partisaneneinheit, die im Gebiet zwischen Valmontone, Zagarolo und Palestrina operierte.

Nach der Befreiung Roms im Juni 1944 kehrte sie zurück und heiratete Rosario Bentivegna, der als Partisanen-Kommandant „Paolo“ ebenfalls in der GAP und an dem Attentat in der Via Rasella beteiligt war. Sie wurde zunächst in den Stadtrat, 1953 als Abgeordnete der PCI in das Parlament gewählt und blieb bis zu ihrem Tod politisch aktiv und der Frauenbewegung verbunden. Ausgezeichnet mit der Medaglia d'Oro al Valore Militare starb sie am 24. November 2000 in ihrem Haus in Zagarolo, wenige Kilometer von Rom entfernt.

Literatur / Medien:
Carla Capponi, Con cuore di donna, Il Saggiatore, Milano, 2000; Partigiani, Nov. 2001, S. 15; Esther Koppel: "Ich tat, was mein Gewissen mir auftrug". Frauen im italienischen Widerstand, in: FR 4. Januar 1997, Nr. 3 / S. ZB 5; Der Artikel "Ich tat was mein Gewissen mir auftrug" von Esther Koppel auch in: Partigiani. Gegen Faschismus und deutsche Besatzung. Der Widerstand in Italien 1943-1945. Vergessene Kämpfe. Institut für Romanische Sprachen und Literatur, Frankfurt (Hg.), Mainz-Kastel 2001, S. 15; www.anpi.it/donne-e-uomini/378/carla-capponiwww.universitadelledonne.it/anpiL.htm