Anna Maria Enriques Agnoletti wurde 1907 in Bologna geboren und arbeitete bis zu den Rassegesetzen 1938 als erste Archivarin im Staatlichen Archiv von Florenz. Sie konvertierte zum Katholizismus und fand eine Anstellung als Paläografin in der Vatikanischen Bibliothek in Rom, wo sie mit der christlich-sozialen Bewegung in Kontakt kam. Nach dem 8. September 1943 engagierte sie sich im Comitato Toscano di Liberazione Nazionale (CTLN). Sie arbeitete eng mit ihrem Bruder Enzo Enriques Agnoletti, Repräsentant der Partito d'Azione im CTLN von Florenz, zusammen – vor allem brachte sie junge Menschen, die sich den Partisanen anschließen wollten, mit ihm in Verbindung. Nachdem in Rom vergeblich nach ihr gefahndet und mehrere Mitglieder der christlich-sozialen Bewegung mit Namen Anna Maria verhaftet und gefoltert worden waren, wurde sie schließlich am 15. Mai 1944 in Florenz gefangen genommen und in die Villa Triste gebracht. Nach sieben Tagen schwerer Folter überführte man sie in das Gefängnis Murate, wo sie weiter verhört und gefoltert wurde, ohne Informationen preiszugeben. Am 12. Juni 1944 wurde sie zusammen mit ebenfalls inhaftierten Mitgliedern von Radio CORA in Cercina, am Ufer des Mugnone, ermordet.
Anna Maria Enriques Agnoletti wurde mit der „Medaglia d'Oro al Valor Militare“ ausgezeichnet.

Literatur / Medien:
it.wikipedia.org/wiki/Anna_Maria_Enriques_Agnoletti; www.anpi.it/donne-e-uomini/anna-maria-enriques-agnoletti/; resistenzatoscana.org/biografie/enriques_agnoletti_anna_maria; www.chieracostui.com/costui/docs/search/schedaoltre.asp?ID=7497&myword=Agnoletti