Szebnie
woiw. Karpatenvorland/woiw. Podkarpacie

Der Ort
Szebnie war nach dem ns-deutschen Überfall auf Polen 1939 ein Dorf im deutsch besetzten Generalgouvernement, Distrikt Krakau; heute im Kreis Jasło, Woiw. Karpatenvorland; es liegt etwa 10 km östlich von Jasło und 42 km südwestlich von Rzeszów. Gebäude für die deutschen Armee und Pferde waren auf einem 10 ha großen Areal untergebracht.

Lager für sowjetische Kriegsgefangene
Im Oktober 1941 wurde nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion in Szebnie, ca. 40 km südwestlich von Rzeszow, ein Lager für etwa 6000 sowjetische Kriegsgefangene errichtet: 20 Baracken mit dreistöckigen Betten, es waren viel zu wenig. Die meisten Gefangenen gingen zugrunde an Kälte, Hunger und Krankheiten, es gab keine Waschgelegenheiten und im Winter nichts zum Wärmen, dazu kam Typhus.
Nach 1945 wurde westlich von Szebnie neben der Droga Kraiowa 28 ein sowjetischer Friedhof „für die Opfer des Faschismus“ angelegt.

Zwangsarbeitslager
Im Frühjahr 1943 wurde Szebnie ein Zwangsarbeitslager unter Verantwortung des SS- und Polizeiführers im Generalgouvernemnent errichtet für Polen, Juden, Ukrainer und Sinti, sie kamen aus aufgelösten jüdischen Ghettos in Südostpolen. Im August waren es 1040, im Dezember 1943 evtl. bis zu 10.000, darunter viele aus Rzeszow. Die meisten mussten auf einer SS-Farm, in Kiesgruben, einer Ölraffinerie oder beim Bau eines Hitler-Bunkers arbeiten.

Teilung des Lagers, Erschießung und Deportation von Juden
Lagerleiter im Herbst und Winter war Amon Göth aus dem Lager Krakau-Plaszow.
Ab September 1943 wurde das Lager in jüdische und nichtjüdische Gebiete geteiltetwa 2000 Juden wurden im Dobrucowa-Wald in Massenexekutionen erschossen.

Das Lager wurde zu einem Durchgangslager in das KZ Auschwitz (vgl. https://siemens.ns-zwangsarbeit.de/durchgangslager-szebnie). Am 22.9.2943 wurden 700, am 6.10. wurden 500, am 5.11.1943 wurden 2800 Juden mit dem Zug nach Auschwitz deportiert, sieben konnten fliehen, die anderen wurden ermordet. Im Februar 1944 waren noch 80 Juden im Lager, sie wurden in das KZ Krakau-Plaszów gebracht.
Ab Anfang 1944 waren erneut sowjetische Kriegsgefangene inhaftiert. Sie wurden im August von SS-Einheiten ermordet, die von dem SS-Gutsbezirk Truppenübungsplatz in Heidelager/ Pustkow kamen.
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Gedenken
- an Massenerschießungen im Dobrucowa-Wald
- Denkmal an die Opfer des KZ in Szebnia, neben der Schule in Szebnie;

Literatur/Medien
Pohl, Dieter: Die großen Zwangsarbeitslager der SS- und Polizeiführer für Juden im Generalgouvernement 1942-1945, Göttingen 1998 : zu Szebnie, S.420, S. 426, 428, 432
Wenzel, Mario: Arbeitszwang und Judenmord. Die Arbeitslager für Juden im Distrikt Krakau des Generalgouvernements 1939–1944, Göttingen 2017
https://en.wikipedia.org/wiki/Szebnie
https://en.wikipedia.org/wiki/Szebnie_concentration_camp
https://siemens.ns-zwangsarbeit.de/durchgangslager-szebnie
https://historicalsites.se/countries/poland/szebnie/