Concetto Marchesi (Foto: Wikipedia)Concetto Marchesi, geboren am 1. Februar 1878 in Catania, trat 1895 in die Sozialistische Partei Italiens ein und begann im selben Jahr sein geisteswissenschaftliches Studium. Nach Promotion und einem weiteren Doktortitel in Jura wurde er 1923 als Altphilologe an die Universität Padua berufen. Obwohl er bereits 1921 in die neugegründete Kommunistische Partei Italiens (PCI) eingetreten war, leistete er 1931 den von Mussolini erzwungenen Eid auf den Faschismus, was ihm ermöglichte, seine Lehrtätigkeit fortzusetzen.
Am 7. September 1943 wurde Marchesi zum Rektor der Universität Padua ernannt. Kurz nach dem Bekanntwerden der Kapitulation Italiens und der anschließenden Besetzung des Landes durch deutsche Truppen gehörte Marchesi Mitte September 1943 zusammen mit Egidio Meneghetti und Silvio Trentin zu den Gründungsmitgliedern des Befreiungskomitees der Region (CLN, Comitato di liberazione nazionale regionale veneto).
Bei der Eröffnungvorlesung des neuen akademischen Jahres am 9. November 1943 verlas er ein antifaschistisches Manifest. Dadurch von Verhaftung bedroht, tauchte er zunächst unter, verfasste noch einen Aufruf an die Studenten Paduas, der sie zum Widerstand aufrief und floh danach in die Schweiz. Hier war er Rcpräsent der Kommunistischen Partei bei der Delegation des C.L.N.A.I. (CLN Oberitaliens) in Lugano. Von dort aus unterstützte er u.a. die vom 10. September 1944 bis zum 11. Oktober 1944 existierende “Giunta Provvisoria di Governo dell'Ossola”, die freie Republik von Ossola im Norden des Piemont.
Nach Ende des Krieges wurde Marchesi für die PCI in die konstituierende Versammlung der Republik Italien gewählt und war danach für zwei Legislaturperioden Mitglied des Abgeordnetenhauses. Marchesi starb am 12. Februar 1957 in Rom.

Literatur / Medien:
de.wikipedia.org/wiki/Concetto_Marchesi; it.wikipedia.org/wiki/Concetto_Marchesi (ausführlicher)