Hirsh GlikHirsh Glik wurde (laut Yad Vashem) 1920 in Vilnius als Sohn von Volf und Rakhel Glik geboren. Er besuchte eine Hebräische Elementarschule und arbeitete danach als Angestellter in einer Eisenfabrik. Bereits mit dreizehn Jahren begann er Gedichte zu schreiben, gründete mit anderen jungen jüdischen Poeten den literarischen Zirkel „Yungvald“ und erwarb sich bald den Ruf eines vielversprechenden jungen Dichters. Nach der Übernahme Litauens durch die Sowjetunion 1939/40 wurden seine Lieder und Gedichte auch in der sowjetisch-jüdischen Presse veröffentlicht. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 versuchte Glik zu fliehen, wurde gefasst, verhaftet und zur Zwangsarbeit eingesetzt. Trotz harter Arbeit im Torflager Kena bei Vilnius und schwerer Krankheit schrieb er weiterhin Gedichte und Lieder für seine Mithäftlinge. Als das Torflager 1943 aufgelöst und die Gefangenen in das Ghetto von Vilnius verlegt wurden, gehörte Glik zu den Mitgliedern des Widerstands und zur literarischen Gruppe „Jung Wilne“ um Abraham Sutzkever und Lea Rudnitski. Sein Lied „Zog nit keynmol“ wurde zur Hymne des jüdischen Widerstands, „Shtil di Nakht is oysgesternt“ widmete er Vitka Kempner, die in einem mutigen Sabotageakt einen Wehrmachtszug mit Waffen an die Ostfront in die Luft gesprengt hatte. Zahlreiche von Gliks Liedern sind den Opfern der deutschen Terrorherrschaft gewidmet. Glik wurde nach der Liquidierung des Ghettos im September 1943 in das KZ Klooga in Estland deportiert (Deportationen 1943/44). Im Juli 1944, kurz vor dem Heranrücken der Roten Armee, gelang Glik mit 40 Mitgefangenen die Flucht in die umliegenden Wälder zu einer Gruppe von Partisanen, wo er in einem Kampf mit Deutschen getötet wurde.




 Shtil di Nakht is oysgesternt

„Still, die Nacht ist voller Sterne,
und der Frost hat stark gebrannt.
Denkst Du noch daran, wie ich Dich gelehrt habe,
eine Pistole in der Hand zu halten?
Ein Mädchen, ein Pelz und ein Barett,
und hält in der Hand fest eine Pistole,
ein Mädchen mit einem samtenen Gesicht,
hält die Karawane der Feinde auf.
Gezielt, geschossen und getroffen,
hat ihre kleine Pistole.
Ein Auto gefüllt mit Waffen,
aufgehalten hat sie es mit einer Kugel.
Am nächsten Tag kam sie aus dem Wald gekrochen,
mit Schneegirlanden auf den Haaren,
ermutigt von einem kleinen Sieg,
für unsere neue, freie Generation.“


Literatur / Medien
Dijk, Lutz van: Der Partisan. Das kurze Leben des Hirsch Glik, München (1993) 2003
(Info zu Der Partisan unter http://www.friedenspaedagogik.org/datenbank/kjns/detail.php?id=29343)
http://holocaustmusic.ort.org/places/ghettos/vilna/glikhirsh/
http://www.deutschlandradiokultur.de/juedischer-widerstand-das-mutige-maedchen.1079.de.html?dram:article_id=283683 
http://lyricstranslate.com/de/hirsch-glick-lyrics.html (Foto, Liedtexte und Lieder)
https://www.youtube.com/watch?v=D_915bYVoLw&feature=related (Lied)